Vorteile und Risiken von Indexfonds

Charakteristika, Vorteile und Risiken von Indexfonds für Einsteiger unter den Anlegern
Die Entwicklung an den Aktienmärkten ist für Außenstehende oft nur schwer nachzuvollziehen. Zu viele Faktoren, undurchsichtige Operationen von Firmen und ein gehöriger Schuss Psychologie scheinen eine Voraussage zu erschweren.
Doch seit der Freigabe von Indexfonds im April 1998 verbreiten sich diese zuvor schon im anglo-amerikanischen Raum beliebten Trades auch in der Bundesrepublik.
Welche Charakteristika sind für die Anleger entscheidend, die sich dafür interessieren, welche Vorteile und welche Risiken könnten sich ergeben? Ist es dabei sinnvoll, sich für ein aktives oder ein passives Management zu entscheiden?
Was sollten Anleger über ETFs wissen?
Die Exchange Traded Funds, kurz ETFs, wie die Indexfonds im anglo-amerikanischen Sprachraum bezeichnet werden, sind in ihrer groben Struktur leicht zu verstehen. Sie bilden so gut wie möglich die Entwicklung von Aktienindices wie dem deutschen DAX oder dem US-amerikanischen Dow Jones Industrial Average nach. Die fürs Management zuständigen Gesellschaften investieren dabei in die Aktien, die für die Berechnung des entsprechenden Index herangezogen werden oder sie nutzen Derivate (= „Swaps“), um die Fonds-Performance an den Index zu binden.
Wie genau diese Nachbildung der Börsenentwicklung gelingt, drückt der Tracking Error aus. Diese Zahl gibt an, wie weit die Wertentwicklung von der des Index in der Wirklichkeit abweicht. Je niedriger also diese Zahl liegt, desto perfekter ahmt der entsprechende Indexfonds die Börse nach, an die er gekoppelt ist. Man spricht dabei von aktiv gemanagten Fonds, wenn die Manager der Gesellschaften versuchen, die Rendite oder die Performance des Index zu übertreffen. Dies tun sie, indem sie gezielt in die an der entsprechenden Börse gehandelten Titel investieren. Hingegen sind die Indexfonds in ihrem ursprünglichen Verständnis passiv. Sie benötigen im Grunde kein Management, da sie aus dem Proporz der Aktien bestehen, die die entsprechende Börse konstituieren.
Vorteile und Risiken
Indexfonds sind – wie eingangs erwähnt – in ihrer Entwicklung leicht zu verstehen. Die Berg- und Talfahrten internationaler Börsen werden weltweit verbreitet, Wirtschaftsnachrichten rund um den Globus zeigen, was an der Wall Street in New York, in Frankfurt oder Tokio geschieht. Somit ist die Popularität der ETFs nachvollziehbar und kann mit Zahlen belegt werden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) analysierte, dass bereits 2013 rund 290 Milliarden Euro in Indexfonds investiert wurden. Dies waren 80 Milliarden mehr als zwei Jahre zuvor. Im Jahr 2014 wurde eine weitere Steigerung der Investitionen prognostiziert.
Dabei können Indexfonds bei professionellen Investoren oder Vermögensverwaltern Teil der Portfolio-Zusammensetzung sein. Generell verursachen passiv gemanagte, also genuine Indexfonds wenig Arbeit, da im wie eingangs erwähnt das Management unnötig ist. Somit sind sie hinsichtlich der Total Expense Ratio (also den Gebühren) günstiger als aktiv gemanagte. Die TER beinhaltet die Gesamtkostenquote, beispielsweise Verwaltungsgebühren für die Fondsgeschäftsführung, Aufwendungen fürs Portfoliomanagement, Wirtschaftsprüfer und Betriebskosten. Dennoch sind auch bei passiven Indexfonds Transaktionskosten, eventuell ein Aufgabeaufschlag, Verkaufs- und Kaufspesen, Maklerkosten sowie Performance Fees fällig.
Ein Problem, auf das auch der Artikel der FAZ hinweist, ist das sogenannte Sampling. Investmenthäuser kaufen nicht alle Aktien eines Börsenindex, sondern nur die gut zu handelnden Titel. Die schwer handelbaren werden nicht eingekauft. Bei solchem Vorgehen ist der Anleger doch von einer Vorauswahl abhängig. Daher sind auch ETFs nicht als risikolos zu bezeichnen. Ein Tipp für die Anleger ist es, sich genau zu informieren, wie der Indexfonds gebildet wird. Dies ist auf den Internetseiten der Investmenthäuser möglich.
Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Hilfe der Software-Firma Lexware.